Drohnenaufzucht für die instrumentelle Besamung

Voraussetzung zur Besamung:

1. Gewünschte Abstammung

2. zum vorgesehenen Besamungstermin im richtigen Alter.

3. in voller Reproduktionsfähigkeit.

Das A und O erfolgreicher Drohnenaufzucht ist ein Überfluss an Eiweißnahrung. Die Drohnenmadenaufzucht hat einen mehrmals höheren Eiweißbedarf als Arbeiterinnen Brut, deshalb die vorgesehenen Drohnenvölker üppig mit Pollen versorgen.

"ZUCHTSTIMMUNG" im Volk ist die Voraussetzung für das Anlegen von Drohnenbrut der (nicht 1-jährigen) Königin.

45 bis 42 Tage vor dem Besamungstermin wird eine ausgebaute 1mal bebrütete Drohnenwabe eingehängt und für ein zügiges Bestiften gesorgt (evtl.Sperren der Weisel in die Wabentasche.)

Kontrolle der Wabe nach 3 Tagen (Kennzeichen der Wabe)

Jetzt müssen konseqent andere Drohnenbrutstadien im Volk vermieden werden. In kritischen Zeiten kommt es bei Anwesenheit jüngerer Drohnenbrut immer zur Vernachlässigung der für die Besamung bestimmter älteren Drohnenbrut. Der Gedanke, durch einen zweiten jüngeren Brutsatz im gleichen Volk eine Drohnenreserve schaffen zu wollen, führt in der Praxis genau zum Gegenteil.

Bis zur Verdeckelung ist auf ständig fließende Futterquelle zu achten. Neben Nektar müssen genügend Pollenvorräte vorhanden sein. Vorsicht bei Stoßtrachten kann es zum Abtreiben und Ausräumen der Drohnenbrutstadien kommen.

Schlupf der Drohnen nach 24 Tagen ab Stift. 45 Tage - 24 Tage = 21 Tage vor dem Besamungstermin beginnt der Schlüpf der Drohnen.

Falls bei der Bestiftung das "zügige" Bestiften nicht gewährleistet war, kann eine altersmäßige Klassierung noch beim Schlupf erfolgen. Im drohnenfreien Volk mir Drohnenabsperrgitter läßt man die Drohnen 3 Tage lang schlüpfen, entnimmt dann die Drohnenwaben und läßt sie in einem anderen Volk auslaufen.

Pflege der altersmäßig genau definierten geschlüpften Drohnen:

Die Pflege der Drohnen bis zur Geschlechtsreife erfolgt in einem Volk oder Ableger mit einer unbegatteten Weisel und mit allen Arbeiterinnen, Brutstadien und vielen Ammenbienen. Offene Brut regt den Pflegetrieb auch für die geschlüpften Drohnen an.

Maximale Drohnenmenge für ein Pflegevolk sind zwei Drohnenwaben hinter Absperrgitter.

Nachdem die Drohnen geschlüpft sind,  zeichnen wir die Drohnen mit einem Farbstift und lassen sie fliegen. Entgegen anderen Lehrmeinungen sind nur frei fliegende Drohnen für die Besamung geignet, die Gefahr schlechte Drohnen zu verwenden wird dadurch ausgeschlossen.

Die Futterversorgung und der Ammenbienenbesatz bis zum Tag des Besamungstermins entscheidet über die "Stülpfähigkeit" d.h. Spermalieferung der Drohnen und "Stunde der Wahrheit" über geleistete Arbeit!!!

Die Spermaabnahme erfolgt in einem warmen, sauberen Raum mit Fenster.

Eine züchterische Notwendigkeit ist ein Sperma-Gemisch von Drohnen aus mehreren Drohnenvölker der gleichen Linie aufzunehmen. Es kommt sonst sehr schnell zu einer Verarmung an Genen, insbesonders der Sex-Allele.

Dies kann man erreichen, indem man bei der Aufzucht mehrere Drohnenwaben in einem Volk zusammenstellt und lässt diese schlüpfen, oder bei der Spermaentnahme werden die Abfliegenden oder abgefangenen Drohnen mehrerer Völker vermischt.

Die Drohnen werden in kurzen Abständen in kleinen Mengen ca. 100 Stück in den Besamungsraum gebracht. Drohnen außerhalb des Volkes verlieren sehr schnell die Vitalität und damit die Stülpfähigkeit.

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